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Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI:
Pflicht, Fristen und Ablauf 2026.

Der Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI dient der Sicherung der häuslichen Pflege und der regelmäßigen pflegefachlichen Unterstützung. Hier steht, für wen er Pflicht ist, welche Fristen gelten, wie der Termin abläuft und was geschieht, wenn er ausfällt.

Stand September 2026 Anerkannte Beratungsstelle Ganz Schleswig-Holstein
Eine Beraterin von Wolkenfreie Zeit am Tisch im Gespräch mit einer Mutter und ihrem Sohn im Rollstuhl

Kurz gesagt

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5, die Pflegegeld beziehen, müssen grundsätzlich einmal pro Kalenderhalbjahr eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit abrufen. Bei Pflegegrad 4 und 5 ist zusätzlich eine freiwillige Beratung einmal pro Quartal möglich. Bei Pflegegrad 1, bei reiner Pflegesachleistung und bei klassischer Kombinationsleistung besteht keine Nachweispflicht. Wir führen Beratungseinsätze in ganz Schleswig-Holstein durch.

Stand: September 2026 · Wolkenfreie Zeit Beratung & Teilhabe GmbH, Itzehoe

Für wen der Termin Pflicht ist

Die Regel steht in § 37 Abs. 3 SGB XI. Sie knüpft nicht an die Diagnose an, sondern an die Leistung: Wer Pflegegeld bekommt und die Pflege selbst organisiert, soll in festen Abständen eine Pflegefachkraft im Haus haben, die hinschaut, Fragen beantwortet und auf Leistungen hinweist.

SituationBeratungseinsatzZusätzlich möglich
Pflegegrad 1keine Pflichtfreiwillig 1× pro Halbjahr
Pflegegrad 2 und 3 mit PflegegeldPflicht: 1× pro Halbjahr–
Pflegegrad 4 und 5 mit PflegegeldPflicht: 1× pro Halbjahrfreiwillig 1× pro Quartal
Nur Pflegesachleistungkeine Pflichtfreiwillig 1× pro Halbjahr
Klassische Kombinationsleistung nach § 38 SGB XIkeine Pflicht zum Nachweisfreiwillig 1× pro Halbjahr
Pflegegeld und Umwandlungsanspruch nach § 45a Abs. 4 SGB XISonderfall, eine Nachweispflicht kann bestehen–

Bei reiner Pflegesachleistung besteht keine verpflichtende Nachweispflicht. Auch bei einer klassischen Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI besteht grundsätzlich keine Pflicht zum Nachweis eines Beratungseinsatzes. Nutzen Sie dagegen als Pflegegeldbeziehende regelmäßig den Umwandlungsanspruch nach § 45a Abs. 4 SGB XI, gelten besondere Regeln. Diese Konstellation sollte gesondert geprüft werden.

Was sich zum 1. Januar 2026 geändert hat

Bis Ende 2025 mussten Familien mit Pflegegrad 4 oder 5 jedes Vierteljahr einen Beratungseinsatz nachweisen. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für alle Pflegegrade von 2 bis 5 derselbe Rhythmus: einmal pro Halbjahr. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 oder 5 können zusätzlich freiwillig einmal pro Quartal beraten werden.

Gerechnet wird in der Praxis mit den festen Kalenderhalbjahren, Januar bis Juni und Juli bis Dezember. Mit dem Fristrechner auf der Startseite sehen Sie in einer halben Minute, bis wann Ihr nächster Termin stattfinden muss, und können sich die Frist in den Kalender legen.

So läuft es ab

  1. Sie melden sich. Telefonisch oder über das Formular. Wir brauchen Name, Pflegegrad und Pflegekasse, mehr nicht.
  2. Wir finden einen Termin. Bei Ihnen zu Hause, in ganz Schleswig-Holstein. Auch abends und am Wochenende, wenn es anders nicht passt.
  3. Wir beraten, 45 bis 60 Minuten. In Ruhe, in Ihrem Tempo, mit Zeit für die Fragen, die nicht im Formular stehen.
  4. Wir bestätigen den Termin. Die Durchführung des Beratungseinsatzes bestätigen wir gegenüber dem zuständigen Kostenträger.

Worum es im Termin geht

  • die aktuelle Pflegesituation und Veränderungen im Alltag
  • Entlastungsmöglichkeiten
  • Leistungen der Pflegeversicherung
  • Pflege- und Hilfsmittel
  • Fragen und Belastungen der Pflegeperson
  • bei Familien auch um Schnittstellen zu Schule, Kita und Teilhabe

Was der Termin nicht ist

  • Keine Pflegebegutachtung. Wir vergeben oder verändern keinen Pflegegrad.
  • Keine Wohnungsprüfung. Es geht um die Pflegesituation, nicht darum, ob Ihr Haushalt perfekt aussieht.
  • Keine Rechnung an Sie für den gesetzlichen Beratungseinsatz. Die Vergütung trägt der zuständige Kostenträger.

Vertraulichkeit

Was Sie uns erzählen, behandeln wir vertraulich.

Die Durchführung des Beratungseinsatzes müssen wir gegenüber dem zuständigen Kostenträger bestätigen. Erkenntnisse über Möglichkeiten zur Verbesserung der häuslichen Pflegesituation werden grundsätzlich nur mit Ihrer Einwilligung weitergegeben.

Hält die Beratungsperson eine weitergehende Pflegeberatung für erforderlich, muss diese Einschätzung jedoch auch ohne Einwilligung an den zuständigen Kostenträger übermittelt werden.

Wer beraten darf

Sie haben die freie Wahl. Beraten dürfen zugelassene Pflegedienste, die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater der Pflegekassen sowie Beratungsstellen, die von den Landesverbänden der Pflegekassen anerkannt sind (§ 37 Abs. 7 SGB XI). Wir sind eine solche anerkannte Beratungsstelle und führen Beratungseinsätze in ganz Schleswig-Holstein durch. Sie sind nicht an den Pflegedienst in Ihrer Straße gebunden, und Sie können wechseln, wenn es beim letzten Mal nicht gepasst hat.

Kann ein Beratungseinsatz per Video stattfinden?

Unter bestimmten Voraussetzungen ja.

Der erstmalige Beratungseinsatz muss persönlich in der häuslichen Umgebung stattfinden. Danach kann derzeit auf Wunsch jede zweite Beratung per Videokonferenz erfolgen.

Die derzeitige gesetzliche Videoregelung gilt bis einschließlich 31. März 2027.

Wie das praktisch läuft, steht auf der Seite Videoberatung.

Was es kostet

Für den gesetzlichen Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI entstehen Ihnen grundsätzlich keine Beratungskosten. Die Vergütung trägt der zuständige Kostenträger: die Pflegekasse, bei privat Versicherten das private Versicherungsunternehmen, bei Beihilfeberechtigten anteilig die Beihilfestelle.

Wenn der Termin ausfällt

Wird ein verpflichtender Beratungseinsatz nicht abgerufen, kann das Pflegegeld angemessen gekürzt und im Wiederholungsfall entzogen werden. Verlassen Sie sich deshalb nicht darauf, vor Ablauf der Frist erinnert zu werden. Wenn die Frist möglicherweise bereits verstrichen ist, melden Sie sich möglichst schnell. Die Regelung steht in § 37 Abs. 6 SGB XI.

Planen Sie nicht auf die letzten Wochen. Im Juni und im Dezember wollen alle gleichzeitig einen Termin. Wer im Frühjahr oder im Herbst anruft, bekommt die Uhrzeit, die in den Familienalltag passt.

Häufige Fragen

Muss mein Kind beim Beratungseinsatz dabei sein?

Ja, die Beratung findet dort statt, wo das Kind lebt, und das Kind sollte anwesend sein. Es muss nichts vorführen und nicht am Tisch sitzen. Wir sprechen mit Ihnen und erleben das Kind so, wie es an diesem Tag ist.

Bekomme ich eine Bestätigung über den Termin?

Die Durchführung des Beratungseinsatzes bestätigen wir gegenüber dem zuständigen Kostenträger. Erkenntnisse aus dem Gespräch teilen wir Ihnen mit, an den Kostenträger gehen sie grundsätzlich nur mit Ihrer Einwilligung.

Wir haben gerade erst den Pflegegrad bekommen. Ab wann läuft die Frist?

Die Pflicht beginnt mit dem Bezug von Pflegegeld. Wenn noch kein Beratungseinsatz stattgefunden hat, gilt das laufende Halbjahr. Melden Sie sich nach dem Bescheid einfach bei uns, dann legen wir den ersten Termin so, dass Sie keine Frist im Nacken haben.

Kann ich die Beratungsstelle wechseln?

Jederzeit. Es gibt keine Bindung und keine Kündigungsfrist. Sie vereinbaren den nächsten Termin einfach bei der Stelle, zu der Sie wechseln möchten.

Stand: September 2026 · Fachliche Grundlage: SGB XI, Begutachtungsrichtlinien und aktuelle Veröffentlichungen der zuständigen Stellen.

Quellen anzeigen

Sie müssen nicht erst alles verstanden haben, bevor Sie sich melden.

Wir sind Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr erreichbar und melden uns sonst in der Regel am nächsten Werktag. Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI führen wir in ganz Schleswig-Holstein durch.

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